Kräuterwanderung – heimisches Superfood neu entdecken
Redakteurin, Autorin & Bloggerin
Früher war das Wissen über Wildkräuter weit verbreitet. Heute erleben Goldnessel, Gundermann, Giersch & Co. ihr großes Comeback – und das aus gutem Grund: Die essbaren Schätze der Natur stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe. Sie verleihen Speisen das gewisse Extra, einige Kräuter haben sogar heilungsfördernde Eigenschaften. Zeit, die Superfoods unserer Heimat (neu) zu entdecken, zum Beispiel bei einer geführten Kräuterwanderung.
Hand aufs Herz: Welche Pflanzen, die Ihnen am Wegesrand begegnen, können Sie bestimmen? Falls es nicht allzu viele sind, sind Sie damit nicht allein, denn immer weniger Menschen sind in der Lage, eine größere Zahl von Arten sicher zu erkennen. Für den Naturschutz ist diese Entwicklung schlecht, denn mit schwindendem Bewusstsein für Pflanzen und ihre Lebensräume nimmt auch die Bereitschaft der Bevölkerung ab, sich für diese einzusetzen.
Seit einigen Jahren hat sich jedoch ein erfreulicher Gegentrend entwickelt. Insbesondere unter jungen Städterinnen und Städtern zeigt sich eine Sehnsucht nach einem Zurück zur Natur. Ein Trend, der sich auch auf Social Media widerspiegelt: Unter Hashtags wie „Cottagecore“ lassen sich auf Instagram Millionen Bilder von Blumenwiesen, selbst angebautem Gemüse aus dem eigenen Garten und kleinen Häuschen auf dem Lande finden. Auch das Zubereiten von gesunden Speisen mit selbst gesammelten Wildkräutern ist ein beliebtes Thema.
Zurück zur Natur: Wildkräuter liegen im Trend
Faszination Kräuterwanderung: Entschleunigung im Alltag
Ihn selbst hat die Faszination für Pflanzen früh gepackt und so entschied er sich nach der Schule für ein Studium der Forstwirtschaft. „Bei diesem lernt man auch Zeigerpflanzen kennen, um Rückschlüsse auf Bodenbeschaffenheiten ziehen zu können, das fand ich sehr spannend und habe viel nachgefragt.“ Was ihm besonders Freude daran bereitet, Kräuterführungen in seiner Heimat anzubieten? „Es ist ein schönes Gefühl, die Naturverbundenheit der Menschen auf diese Weise fördern zu können, denn man schützt nur, was man kennt“, so der Förster. „Ich freue mich, wenn die Leute am Ende der Kräuterwanderung etwas mit nach Hause nehmen, selbst wenn sie vielleicht nur eine Pflanze sicher bestimmen können, so wird ihr Bewusstsein für das, was um uns herum wächst, doch nachhaltig geweckt.“
Wichtig: nur sicher bestimmbare Wildkräuter sammeln
Wer Wildkräuter sammeln möchte, sollte einige Regeln beachten. „Das Wichtigste ist natürlich, dass man die Pflanze zu hundert Prozent bestimmen kann, denn ähnlich wie bei Pilzen gibt es auch hier giftige Doppelgänger.“ Beim beliebten Bärlauch sind das zum Beispiel Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Sich hier rein auf den Geruchstest zu verlassen, kann trügerisch sein, denn hat man zuvor bereits ein Bärlauchblatt zerrieben, riechen die Finger noch längere Zeit nach Knoblauch – auch wenn danach ein Maiglöckchenblatt dazwischengerät.
Davon, sich rein auf Apps zur Pflanzenbestimmung zu verlassen, rät Jan ab: „Grundsätzlich finde ich Apps wie Flora Incognita gut, zum Beispiel, wenn man sie beim Spaziergang nutzt, um einfach aus Interesse Pflanzen zu bestimmen. Bei der Suche nach essbaren Wildkräutern ist jedoch Vorsicht geboten, denn es kann sein, dass das Ergebnis nicht hundertprozentig korrekt ist. Deshalb sollte man lieber immer mit jemandem mitgehen, der sich wirklich gut auskennt.“ Darüber hinaus erfährt man bei einer geführten Wildkräuterwanderung auch allerlei Wissenswertes über das, was am Wegesrand wächst, zum Beispiel zur traditionellen Verwendung der Pflanzen in der Naturheilkunde oder zur Verwendung in der Küche.
Achtsamkeit beim Kräutersammeln: Dos and Don’ts
Die Rücksicht auf Wälder, Wiesen und ihre tierischen Bewohner zählt für den Förster ebenfalls zu den wichtigen Regeln beim Sammeln von Wildkräutern. „Am besten sieht man hinterher nicht, dass man da war“, sagt er. In Naturschutzgebieten sei das Sammeln sowieso tabu, an anderen Orten hingegen dürften nur kleine Mengen für den Eigenbedarf gepflückt werden, schließlich gebe es Tiere, denen Wildkräuter ebenfalls schmecken. Auch zum Transport hat er einen Tipp: „Wildkräuter sollten nicht in Plastikgefäßen oder -tüten gesammelt werden, da ihre Inhaltsstoffe sonst mit dem Plastik reagieren könnten. Stattdessen empfehle ich zum Beispiel einen Jutebeutel oder ein Glas.“
Urban Jungle: Städte sind ein Paradies für Wildkräuter
Um an einer Wildkräuterwanderung teilzunehmen, muss man nicht unbedingt eine Reise in ein Kräuterdorf oder in die Alpen machen. „Was viele nicht wissen, ist, dass es gerade in Städten eine hohe Vielfalt an Wildkräutern gibt“, so Jan. „Das liegt an den unterschiedlichen Klimazonen, die von sehr trocken bis feucht reichen.“ In Parks, auf Mauern, an alten Gleisanlagen – überall sprießen Wildpflanzen. „Die Artenvielfalt ist hier sogar oft höher als auf dem Lande, wo meist monokulturelle Land- und Forstwirtschaft betrieben wird.“
Passend dazu trifft die neue Natursehnsucht der Städterinnen und Städter auf ein immer größer werdendes Angebot an geführten Kräuterwanderungen. Und so sieht man auch in Berlin, Hamburg oder Köln regelmäßig mal größere, mal kleinere Gruppen suchend und lauschend durchs urbane Grün ziehen. „Lediglich an viel befahrenen Straßen oder auf ehemaligen Industriestandorten würde ich nicht sammeln“, rät der Experte, „da der Boden und somit auch die Pflanzen dort mit Schadstoffen belastet sein könnten. Auch typische Hundespazierstrecken sind nicht zu empfehlen.“
Von wegen Unkraut – High Potentials für Küche und Gesundheit
Doch Wildkräuter schmecken nicht nur gut, sie halten auch zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit bereit. Dazu zählen Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Schon gewusst? Der Vitamin-C-Gehalt von Giersch ist viermal höher als der von Zitronen. Brennnesseln enthalten ebenfalls viel Vitamin C, hinzu kommt ihr hoher Eisen- und Eiweißgehalt. Es gibt also viele Gründe, das alte Wissen über Wildkräuter neu zu entdecken. Und dem gesunden Grün im eigenen Garten ein Refugium zu schaffen. Auch Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten werden sich darüber freuen.
Die Heilkräuterwanderungen liegen zum Glück wieder im Trend .
Aber auch der Garten bietet helfende Heilkräfte die unterstützend bei Erkrankungen und Zipperlein helfen.
Schön das Sie sich diesem Thema angenommen haben.
Liebe Frau Adler,
vielen Dank für Ihr Interesse und Ihr tolles Feedback. Wir haben uns sehr darüber gefreut. Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit!
Herzliche Grüße von der HB- Online-Redaktion💙
Meine Freundinen und ich, möchten kräuterwanderungen sehr gerne mitmachen. Bitte schicken Sie mir die Termine. Dankeschön!
Liebe/Lieber Eteridou,
vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Anfrage. Darüber haben wir uns sehr gefreut. HILDEGARD BRAUKMANN als Hersteller von Kräuter-Kosmetik bietet leider keine Kräuterwanderungen an. In den sozialen Medien oder im Internet finden Sie unter dem Suchbegriff „Kräuterwanderungen“ jedoch sicherlich verschiedene Angebote in Ihrer Nähe.
Herzliche Grüße von der HB-Online-Redaktion💙