Entstehung, Faktoren und Klassifikation der Rosazea
Kosmetologin
Die Ursachen, warum sich eine Rosazea entwickelt, sind noch nicht vollständig geklärt. Vielfältige Faktoren, wie genetische Einflüsse, Umweltfaktoren und auch andere Einflüsse, die bei der Entstehungsgeschichte eine Rolle spielen, sind aber bereits bekannt und für Betroffene teilweise beeinflussbar. Und genau diesen Faktoren widmen wir uns ausführlich in diesem Beitrag.
Alles Genetik – genetische Faktoren
In Fachkreisen werden sogenannte Entzündungsreaktionen, Störungen im angeborenen Immunsystem, Fehlregulationen der neuronalen Steuerungsfunktionen sowie Veränderungen der Blut- und Lymphgefäße als Auslöser einer Rosazea diskutiert. Dabei sind die Prozesse des Immunsystems, des Nervensystems sowie der Gefäße eng miteinander verzahnt, ihre Wechselwirkung aber nur teilweise aufgeklärt.
Zudem findet sich in der Haut von Rosazea-Patienten im Vergleich zur gesunden Haut eine erhöhte Produktion von Cathelicidin, einem antimikrobiellen Peptid. Cathelicidin wird in der Haut produziert, trägt zur unspezifischen Abwehr von Pathogenen bei und fördert die Gefäßneubildung (Angiogenese). Es handelt sich um eine Störung, die Entzündungsreaktionen auslösen kann und zu Teleangiektasien beiträgt.
Einfluss von Mikroorganismen
Nicht nur genetische Faktoren haben Einfluss. In den letzten Jahren ist man in der Wissenschaft auf einen Parasiten gestoßen: die Demodexmilbe (Haarbalgmilbe). Der Einfluss der Demodexmilbe und die Entstehung von Rosazea wurden in den letzten Jahren genauer untersucht. Es scheint, dass diese Parasiten das Entstehen und den Verlauf der Beschwerden beeinflussen. Eigentlich sind es die Bakterien, die auf diesem Parasiten vorkommen und auf der Haut zurückbleiben, wenn die Milbe stirbt. Diese können eine Entzündungsreaktion in der Haut und den Gefäßen (Couperose) auslösen.
Deshalb wird angenommen, dass eine hohe Besiedelung der Haut mit Demodexmilben ein Co-Faktor (Komplize) für die Entzündungsreaktionen sein kann.
Eine neue Klassifikation der Rosazea
Bislang wurde Rosazea anhand ihrer klinischen Ausprägung in vier Subtypen eingeteilt: Rosazea Diathese, Rosazea erythematosa-teleangiectasia, Rosazea papulopustolosa und glandulär-hyperplastische Rosazea.
Im Allgemeinen kann sie jedoch nicht nur einem einzigen Subtyp zugeordnet werden, es zeigen sich meist den Subtyp überlappende klinische Manifestationen.
Eine neue Einteilung der Rosazea hilft dabei, alle typischen Merkmale und Symptome von Fall zu Fall individueller zu berücksichtigen und erfolgreicher zu behandeln! Da die alte Klassifikation noch immer im Umlauf ist, haben wir sie zur Vervollständigung mit aufgeführt. Alte Klassifikation:
Stadium 0
- Bezeichnung: Rosazea Diathese, Prärosazea
- Kennzeichen: Flüchtiges, auf die Gesichtsmitte beschränktes Erythem. Ein Erythem ist eine Gesichtsrötung, die sich mit bloßem Auge erkennen lässt.
Stadium 1
- Bezeichnung: Rosazea erythematosa-teleangiectasia
- Kennzeichen: Bleibendes Erythem, eventuell mit kupferroter Tönung, Teleangiektasien.
Stadium 2
- Bezeichnung: Rosazea papulopustolosa
- Kennzeichen: Bleibendes Erythem, Teleangiektasien, Papeln, Pusteln.
Stadium 3
- Bezeichnung: Glandulär-hyperplastische Rosazea
- Kennzeichen: Bleibendes Erythem, Teleangiektasien, Papeln, Pusteln, Ödem, Zunahme und Verhärtungen von Bindegewebe und Talgdrüsen bis hin zur Knollennase.
Neue Klassifikation – ROSCO-Klassifikation der Rosazea
Die Einteilung anhand der ROSCO-Kriterien erfolgt anhand der Symptomatik, welche in diagnostische Zeichen, Haupt- und Nebenmerkmale unterteilt wird.
Anhaltendes Erythem in der Gesichtsmitte mit periodischer Intensivierung durch potenzielle Triggerfaktoren
Verdickung, Vergrößerung von Nase, Ohren, Kinn
Flushing (vorübergehendes Erythem)
Entzündliche Papeln und Pusteln
Teleangiektasien (erweiterte Gefäße)
Augenbeteiligung: Teleangiektasien am verdickten Lidrand, Fremdkörpergefühl, Lidrandentzündung, Hornhaut/Bindehautentzündung
Brennen
Stechen
Ödem
Spannungsgefühl
Alle Augen auf einen ganzheitlichen Ansatz
Neben der Reduktion der typischen Triggerfaktoren und einem individuellen Pflegemanagement steht die Gesundheit des Darms und die Balance der Stress-Entspannungs-Achse im Fokus für Rosazea-Betroffene.
Identifizieren Sie Ihre Triggerfaktoren
Sogenannte Trigger sind Einflüsse, die einen Rosazea-Schub verschlimmern oder hervorrufen können. Rosazea-Betroffene reagieren individuell unterschiedlich auf solche Auslöser. Dazu gehören:
- UV-Strahlung
- emotionaler Stress
- heißes Wetter
- Wind
- körperliche Anstrengung
- Alkohol (Chianti, Burgunder)
- heißes Baden
- sehr kaltes Wetter
- scharfe Speisen (Chili)
- Lebensmittelzutaten (Monosodiumglutamat)
- histaminreiche Nahrungsmittel, z. B. Salami, Roquefort, Blauschimmelkäse
- heißer Wasserdampf
- Medikamente (z. B. Kortison, Niacin)
Der ausgelöste Schub kann sich in Form einer plötzlichen Rötung (Flushing), einer anhaltenden Gesichtsrötung (Erythem) und/oder dem vermehrten Auftreten von Papeln oder Pusteln äußern. Alles Zeichen der Gefäßhyperaktivität und erhöhten Entzündungsbereitschaft der Haut.
Die typischen Rötungen und Entzündungen werden durch die Triggerfaktoren weiter „unterhalten“. Der erste wichtige und große Schritt in Richtung Wunschhaut ist daher das Reduzieren der Trigger. Der bewusste Umgang mit diesen individuellen Faktoren hilft Ihnen signifikant, das Hautgeschehen zu stabilisieren und mehr Ruhe reinzubringen.
Finden Sie deshalb heraus, welche persönlichen Auslöser bei Ihnen vorliegen. Eine Umstellung der Ernährung oder allgemeinen Lebensweise kann einen Schub oft verhindern. Nutzen Sie dafür am besten ein Tagebuch. Trigger zu kennen sind das eine. Doch mit welchen Maßnahmen können Sie Ihr ganzheitliches Wohlbefinden und Ihre Haut zusätzlich verbessern?
Unsere Tipps zur Linderung von Migräne:
Studien bestätigen einen Zusammenhang zwischen Rosazea und Migräne. Dabei sind verschiedene Trigger für Migräne auch klassische Rosazea-Trigger, darunter Stress und Alkohol. Umso wichtiger ist es, auch hier genau auf mögliche Trigger zu achten, um auch der Migräne entgegenzutreten.
Unsere Tipps:
- Verwenden Sie bei Kopfschmerzen 100 Prozent ätherisches Pfefferminz- oder Lavendelöl, das nachweislich wie eine leichte Kopfschmerztablette wirkt. Einfach auf Schläfen und Nacken auftragen.
- Versorgen Sie sich mit ausreichend Magnesium und Omega-3-Fettsäuren.
- Sorgen Sie für regelmäßige Entspannung und Ruhe.
- Trinken Sie ausreichend Wasser.
- Sorgen Sie für viel frische Luft.
- Machen Sie Massagen und Dehnübungen.
Verbessern Sie das allgemeine Wohlbefinden
Rosazea wird durch negativen Stress angefeuert – gleichzeitig belastet sie die Psyche oftmals stark. Gerade in Stressphasen hat der Körper einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Die Balance von Stress und Entspannung ist in dieser Zeit schwieriger, aber umso essenzieller. Versuchen Sie sich ganz bewusst zu ernähren und sich satt mit Nährstoffen zu versorgen: Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium, Zink, Bor, Selen, Omega-3-Fettsäuren, Q10 etc. Achten Sie außerdem auf eine gute Schlafqualität.
Homöopathie zur Ergänzung
Alternative Mittel bei Rosazea können als Unterstützung bei der Therapie zu Verbesserungen führen. Es gibt zwar kein spezielles homöopathisches Mittel gegen die Rosazea. Vielmehr kommen verschiedene Arzneimittel zum Einsatz, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen und auf diese Weise helfen können. Je nach individuellem Zustand lässt sich meist das passende Mittel finden. Dabei spielt nicht nur der Zustand der Haut eine Rolle. Helfen können:
- Abrotanum Globuli
- Kalium phosphoricum Globuli
- Kalium sulfuricum
- Schüßler-Salz Nr. 4
- Nux vomica D6
Verwöhnen Sie sich und Ihre Haut regelmäßig mit einer lauwarmen mit schwarzem Tee getränkten Kompresse. Auch Auflagen mit Eichenrinde, Malve, Ringelblume und Johanniskraut können wohltuend sein.
Fazit
Rosazea ist zwar eine chronische Hauterkrankung, trotzdem erleben wir in unserer langjährigen Praxiserfahrung, dass sie gut behandelbar ist. Es ist durchaus möglich, viele lange und gute symptomfreie Phasen zu haben. Der Wunsch nach einer entspannten und glatten Haut ist an dieser Stelle deshalb durchaus realistisch. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Wunschhaut ist daher unbedingt die hautadäquate Pflege.
Bis auf den Abschnitt über Homöopathie sehr hilfreich 🙂
Liebe Marlene, herzlichen Dank für Ihr tolles Feedback. Wir freuen uns, dass Ihnen die meisten unserer Ansätze zugesprochn haben. Alles Gute für Sie! Herzliche Grüße von der HB-Online-Redaktion 💙
Hallo,
vielen Dank für die vielen neuen Informationen.
Wie heißt die Creme morgens und abends?
Liebe Grüße
Liebe Birgit, vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten, darüber freuen wir uns sehr. Da die Hautzustände auch bei Rosazea jedoch sehr unterschiedlich und individuell zu betrachten sind, möchten wir Ihnen vorschlagen, lieber direkt mit unserer Beratungsabteilung Kontakt aufzunehmen. Gern per Email: beratung@hildegard-braukmann.de oder telefonisch unter: 05139 / 8974 410. Herzliche Grüße aus der HB-Online-Redaktion 💙
Hallo Frau M., vielen lieben Dank für die vielen neuen Informationen,hab mich sehr darüber gefreut und werde einige zusätzliche Maßnahmen versuchen.Mir geht es im Moment mit der einen Creme früh und mit der anderen abends ganz gut,war ein gute Empfehlung.
Ganz liebe Grüße Gisela M. 💌
Liebe Gisela, vielen Dank für dein wertvolles Feedback, darüber freuen wir uns sehr! Ich habe es gern an meine Kollegin Frau M. weitergeleitet. Alles Gute und herzliche Grüße aus der HB-Online-Redaktion 💙