Hautpflege

Trockene Haut: Ursachen, Pflege und was wirklich hilft

21. Januar 2025
Britta Strenger ist eigenverantwortlich für die Entwicklung von Behandlungs- und Produktkonzepten, Planung und Durchführung von Kosmetikseminaren, fachliche Leitung des Beauty Center, Konzeption von Ratgebern und Magazinen zuständig.
Britta Strenger

Kosmetologin

Sinnlichkeit, wohlige Wärme, sanft weiche Geschmeidigkeit – das alles kann ein positives Hautgefühl bei uns auslösen. Gerade im Winter sieht die Realität bei vielen Menschen allerdings anders aus: rissig, rau, ein unangenehmes Spannungsgefühl mit Juckreiz. Das verbinden vor allem Frauen mit ihrer „Winterhaut“. Die drohende Frühalterung der trockenen Haut lässt sich aber über eine gezielte Hautpflege mit Feuchtigkeit und Lipiden verhindern. Wie Sie das am besten machen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Woran erkennen Sie trockene Haut?

Wir leiden heute immer öfter an trockener Haut. Gleichzeitig ist eine zunehmende grundsätzliche Empfindlichkeit der Haut zu beobachten. Ein Teil der Betroffenen leidet unter Neurodermitis (atopische Dermatitis), Ichthyosis oder allergischem Asthma. Auch andere Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus können trockene Haut fördern.

Die meisten Menschen mit einer moderat ausgeprägten Hauttrockenheit sind allerdings nicht von einer Erkrankung betroffen. Die Ursachen liegen vielmehr in begünstigenden äußeren (exogenen) Faktoren sowie einer dem Hauttyp nicht angepassten und unregelmäßigen Hautpflege.

Leiden Sie unter trockener Haut? Jetzt mit unserer Checkliste herausfinden:

  • Haben Sie häufig ein Spannungsgefühl?
  • Zeichnet sich Schüppchenbildung z. B. an den Augenbrauen ab?
  • Leiden Sie unter Juckreiz?
  • Sieht Ihre Haut feinporig aus?
  • Wirkt Ihre Haut zerbrechlich?
  • Neigt Ihre Haut zu kleinen Rissen (Rhagaden)?
  • Haben Sie Grießkörner (Milien) am Auge?
  • Sind Ihre Haare bzw. ist Ihre Kopfhaut trocken?

Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit „Ja“ beantwortet haben, weist vieles auf einen trockenen Hautzustand hin. Eine professionelle Hautanalyse erhalten Sie im Kosmetik-Institut.

Wie entsteht trockene Haut?

Es sind zwei Faktoren bekannt, die zu den häufigsten Ursachen für trockene Haut zählen:

  • verminderte Talgproduktion bzw. minderwertige Zusammensetzung von Hautlipiden (z. B. bestimmter Ceramide)
  • Dehydration mit einem Mangel an hauteigenen Feuchthaltefaktoren

Dieser Fett- und Feuchtigkeitsmangel schwächt unsere Hautbarriere massiv und die Folgeerscheinungen können dramatisch sein. Ist die Hautbarriere erst einmal geschädigt und löchrig, haben Umweltgifte (Noxen), allergieauslösende Stoffe, Allergene (Pollen), Erreger (Pilze, Bakterien) und Chemikalien leichtes Spiel, um Entzündungen auszulösen.

Ist die Welt für unsere Hautzellen in Ordnung, dann liegt ein wahrlich „saftiges“ Milieu vor. Bei einer defekten Hautbarriere verdampft allerdings das wertvolle Wasser ungehindert und erhöht den Feuchtigkeitsverlust. Die Haut kann schneller austrocknen, wirkt zerknirscht, verknittert und reagiert hypersensibel. Mit etwas Pech wird daraus ein unangenehmes Austrocknungsekzem und wenn wir dieses nicht ernst nehmen, setzt sich dann noch eine Kontaktallergie obendrauf.

Unsere oberste Priorität sollte es also sein, die Barrierefunktion unserer Haut zu stärken bzw. sie zu reparieren, wenn sie beschädigt ist.

Trockene Haut entsteht u. a. durch häufiges langes Baden mit heißem Wasser.

Was sind interne und externe Einflussfaktoren für eine trockene Haut?


Trockene Haut ist ein Hautzustand, der angeboren oder erworben sein kann. Einige Menschen haben schon seit der Kindheit trockene Haut. Besonders Babys, Kleinkinder, Kinder unter 10 Jahren sowie Erwachsene über 40 Jahre sind häufig betroffen.

Unsere Gene wurden uns in die Wiege gelegt, sie gehören zu den internen Einflussfaktoren. Hier können wir nur wenig tun. Aber wir können externe Faktoren sehr wohl beeinflussen.

Persönliche Gewohnheiten

  • häufiges langes Baden und Duschen
  • heißes Wasser
  • Verwendung von alkalischen Seifen
  • mangelnde bzw. falsche Pflege der Haut
  • minderwertige Emulgatoren

Umweltfaktoren

  • extreme Temperaturen (Kälte/Hitze)
  • trockene Luft
  • Wind
  • Jahreszeiten (Herbst/Winter)
  • UV-Strahlung
  • Luftverschmutzung

Faktoren in geschlossenen Räumen

  • Klimaanlage
  • Zentralheizung
  • niedrige Luftfeuchtigkeit (optimal zwischen 40 und 60 Prozent)

Sonstiges

  • häufige Flugreisen
  • chronische, mechanische Irritationen (Reibung, enge Kleidung)
  • Textilien (Wolle)
  • Medikamente (Retinoide, Cholesterinsenker, Diuretika)
  • Chemikalien
  • psychische Faktoren wie lang anhaltender negativer Stress
  • hormonelle Disbalancen (Östrogenmangel), Schwangerschaft, Wechseljahre, Menstruationszyklus

Auch die Ernährung kann das Hautbild beeinflussen. Eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die natürliche Schutzfunktion der Haut. Umgekehrt können Nährstoffmängel dazu beitragen, dass die Haut schneller austrocknet.

Die richtige Hautpflege spielt bei trockener Haut eine tragende Rolle. Hierbei sollten sanfte Produkte mit hautphysiologischen Lipiden verwendet werden, um die Hautbarriere langfristig zu stabilisieren beziehungsweise wiederaufzubauen.

Was tun bei extrem trockener Haut am Körper?

Extrem trockene Haut benötigt eine konsequente Pflege, die Feuchtigkeit spendet, Lipide ergänzt und die Hautbarriere stärkt. Besonders häufig betroffen sind Ellenbogen, Schienbeine, Hände, Knie oder die Gesichtshaut.

Die richtige Reinigung bei trockener Gesichtshaut

Ein wesentlicher Aspekt bei der Reinigung trockener Haut ist die Stabilisierung des pH-Werts mit seiner Bedeutung für die Barrierefunktion. Gleichzeitig ist es wichtig, die Haut von Schmutzpartikeln, Pollen und Schuppen zu befreien. Für die Reinigung trockener Gesichtshaut eignen sich besonders milde Produkte, die die Haut gründlich reinigen, ohne sie zusätzlich zu belasten:

Bei sehr trockener Haut liegt die Priorität der Reinigung im Abendritual. Morgens empfehlen wir ein mildes Tonic, um Stoffwechselendprodukte der Nacht und Schweiß von der Haut zu entfernen. So kann die anschließende Pflege besser aufgenommen werden.

Reinigungsmasken auf Kaolinbasis entfernen Schadstoffe und Zellrückstände besonders schonend und stellen damit eine sanfte Alternative zu klassischen Peelings dar. Nach nur wenigen Minuten wirkt die Haut glatter und erholter. Für die ergänzende Tiefenreinigung empfehlen wir:

  • INSTITUTE Detox Maske: befreit die Haut von Schadstoffen und sorgt für einen verfeinerten, klaren Teint

Die richtige Hautpflege bei trockener Haut

Der Hautschutz für den Tag ist ein sehr wichtiges Thema, denn die sehr trockene Haut ist nahezu schutzlos den Herausforderungen des Alltags ausgeliefert. Kälte, plötzliche Wechsel von frostigen Temperaturen draußen zu warmer Luft in Räumen sowie trockene Heizungsluft führen zusätzlich zu einer Stressbelastung des Hautorgans. Die richtige Hautpflege bei trockener Haut unterstützt die Hautbarriere und hilft dabei, Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Wir empfehlen zur Substitution der fehlenden Feuchtigkeit und Lipide:

Wie pflege ich trockene Haut in der Nacht?

Die trockene Haut benötigt auch in der Nacht mehr Aufmerksamkeit. Mit der richtigen Pflege können Mängel ausgeglichen und damit langfristig der vorzeitigen Hautalterung entgegengewirkt werden. Im Mittelpunkt stehen hochwertige hautbiophysiologische Lipide und Pflanzenöle, die sich direkt in die Hautbarriere integrieren und sie reparieren:

Was ist bei der Körperpflege bei trockener Haut zu beachten?

Trockene, juckende Stellen entstehen bevorzugt an den Armbeugen, Ellenbogen, Händen, Kniekehlen, am Rücken und am Schienbein. Besonders an Körperpartien, die kaum mit Talgdrüsen ausgestattet sind, die Haut dünn und exponiert ist. Erhält die Körperhaut zu wenig individuelle Pflege, liegen die Nervenfasern frei und es kommt leichter zu unangenehmem Juckreiz.

Trockene Hautstellen können unangenehm jucken und HILDEGARD BRAUKMANN empfiehlt eine Körperpflege mit BODY LIFT Pro Hyaluron Körperlotion.

Unsere Empfehlung, damit Sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen:

Unser Tipp aus dem Kosmetik-Institut:


Nutzen Sie für sich das Prinzip „Feuchtigkeit vor Fett“. Dies kann durch die Schichtung einer Fettcreme über eine Feuchtigkeitspflege, die den natürlichen Feuchthaltefaktor erhält, erfolgen. Durchfeuchten Sie dafür die trockene Haut zuerst intensiv:

Reichhaltige Wirkstoffcremes können im Anschluss spürbar intensiver von den Hautkanälen aufgenommen werden – für sichtbare und fühlbare Effekte.

Für besondere Verwöhnmomente pflegen Sie Ihre Haut zusätzlich mit einer Gesichtsmaske:

Wie schützen Sie trockene Haut bei extremer Kälte?

In höheren Berglagen ist der Schutz der Haut besonders wichtig, da die Intensität der UV-Einstrahlung wesentlich höher ist und die Haut bei Kälte keinen Talg mehr produziert.

Für diese extremen Bedingungen empfehlen wir:

Bei UV Strahlung und Kälte im Winter empfiehlt HILDEGARD BRAUKMANN die empfindliche Gesichtshaut besonders zu schützen mit Produkten mit SPF.

Fazit:


Mit individueller und gezielter Hautpflege lässt sich direkt und effektiv die Hautbarriere stärken und reparieren. Gerade die tiefen Hautschichten lassen sich über einen bewussten und gesunden Lebensstil unterstützen. Die Kombination liefert beeindruckende Ergebnisse für eine zeitlose und attraktive Haut.

Empfohlene Produkte

FAQ – häufige Fragen zur trockenen Haut

Was hilft sofort bei extrem trockener Haut?

Bei extrem trockener Haut helfen reichhaltige Pflegeprodukte mit Feuchthaltefaktoren und hautphysiologischen Lipiden. Gleichzeitig sollten hautbelastende Faktoren wie heißes Wasser, trockene Heizungsluft oder aggressive Reinigungsprodukte möglichst vermieden werden.

Wie oft sollte man trockene Haut eincremen?

Trockene Haut sollte mindestens morgens und abends gepflegt werden. Besonders trockene oder juckende Hautstellen können je nach Bedarf auch häufiger eingecremt werden, um die Hautbarriere zu unterstützen und Feuchtigkeitsverlust auszugleichen.

Wann sollte ich mit trockener Haut zum Arzt?

Wenn trockene Haut trotz konsequenter Pflege bestehen bleibt oder zusätzlich starke Rötungen, Entzündungen, Schmerzen oder ausgeprägter Juckreiz auftreten, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. In einigen Fällen können Erkrankungen wie Neurodermitis oder andere gesundheitliche Ursachen dahinterstecken.

Ist trockene Haut im Winter schlimmer als im Sommer?

Ja, kalte Temperaturen, Wind und trockene Heizungsluft können die Hautbarriere zusätzlich belasten und die Haut schneller austrocknen lassen. Viele Menschen bemerken deshalb besonders in den Herbst- und Wintermonaten eine Zunahme von Spannungsgefühlen, Juckreiz und Trockenheit.


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© Hildegard Braukmann