Hautprobleme, Sonnenschutz

Sonnenschutz bei Kindern: Regeln für empfindliche Kinderhaut

1. August 2023
Britta Strenger ist eigenverantwortlich für die Entwicklung von Behandlungs- und Produktkonzepten, Planung und Durchführung von Kosmetikseminaren, fachliche Leitung des Beauty Center, Konzeption von Ratgebern und Magazinen zuständig.
Britta Strenger

Kosmetologin

Während Kinder heranwachsen, entwickelt sich auch ihre Haut. Ein schwerer Sonnenbrand im Kindesalter wird von Experten nicht mehr als Missgeschick gesehen, sondern als vermeidbare Verletzung des Kindes, denn eine „übermäßige“ Sonneneinwirkung und die Zahl der Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen die Gefahr, im Erwachsenenalter an Hautkrebs zu erkranken, dramatisch.

Warum ist bei Kindern Sonnenschutz so wichtig?

Britta Strenger, Leitung Kosmetologie bei HILDEGARD BRAUKMANN zeigt auf warum effektiver Sonnenschutz bei Kindern wichtig ist.

Britta Strenger, Leitung Kosmetologie bei HILDEGARD BRAUKMANN, leitet seit 1995 unsere Schulungsabteilung und ist konzeptionell für die Behandlungsmethoden sowie die Produktentwicklung verantwortlich. Sie erklärt, warum effektiver Sonnenschutz bei Kindern so wichtig ist und die sehr empfindliche Haut vor UV-Strahlung geschützt werden muss.
Wir sind alle bei unserer Geburt mit einem individuellen „Sonnenkonto“ ausgestattet und sollten es nicht überziehen. Jedes Sonnenbad wird von diesem Konto bezahlt. Bereits bei circa sechs Sonnenbränden erhöht sich das Hautkrebsrisiko um den Faktor 2,5.

Wie unterscheidet sich Kinderhaut von Erwachsenenhaut?

Die Haut von Kindergartenkindern im Alter von rund vier Jahren ist sehr viel dünner, daher liegen die Stammzellen näher an der Oberfläche und können leichter geschädigt werden. Außerdem ist die Kinderhaut weniger stark pigmentiert als die von Erwachsenen. Die Selbstschutzmechanismen sind noch in der Entwicklung und die Haut hochsonnenempfindlich. Daher muss die Kinderhaut besonders vor Sonnenstrahlen geschützt werden. Ein Sonnenbrand ist ein akuter Lichtschaden. Selbst Bräune sei ein verzweifelter Versuch unserer Hautzellen, sich vor Schäden zu schützen, so die Meinung vieler Dermatologen und Kinderärzte. Auch beim Wintersport verzeichnen Dermatologen immer wieder schwere Sonnenbrände. Daher ist auch hier Vorsicht beim Sonnen geboten. UV-Strahlen, besonders UVB-Strahlen, können je nach Schweregrad gesundheitliche Probleme bereiten: Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen und andere Kreislaufbeschwerden. Zudem besteht die Gefahr, dass die UV-Strahlung genetisches Material, nämlich die DNA der Hautzellen, schädigt.

 

Richtig eincremen: So hat Ihr Kind optimalen Sonnenschutz

  • Die Sonnenpflege sollte jahresfrisch sein: Bitte keine angebrochene Sonnencreme aus dem Vorjahr verwenden.
  • Sonnenschutz immer dick auftragen: nur so wird der ausgelobte Lichtschutz auch wirklich erreicht. Eine 150 ml Flasche sollte während eines Urlaubs am Meer nach circa 3 Tagen aufgebraucht sein. Werden 50 Prozent Sonnenschutz zu wenig aufgetragen, verringert sich der Sonnenschutz bereits um zwei Drittel.
  • Eine routinierte Reihenfolge ist wärmstens zu empfehlen: rechter Fuß, rechtes Bein, linker Fuß, linkes Bein, rechte Hand, rechter Arm, linke Hand, linker Arm, Bauch, Brust, Dekolleté, Hals, Gesicht und Kopf. Den Rücken am besten eincremen lassen.
  • Die Sonnencreme rechtzeitig, unbedingt vor dem Aufenthalt im Freien auftragen: Der Lichtschutz hat sich erst nach circa 30 Minuten vollständig aufgebaut.
  • Keine Partien vergessen: Wie z. B. Füße, Hände, Rücken, Haaransatz sowie die Rückseite der Arme. Die Ohrspitzen sind die häufigste Stelle für weißen Hautkrebs. Daher ist eine routinierte Reihenfolge beim Eincremen wärmstens zu empfehlen.

Tipp:


Die Sonnenschutzprodukte im Idealfall kühl,trocken und an schattigen Plätzen aufbewahren z. B. im Kühltäschchen und vor praller Sonne oder Verschmutzungen,
wie z. B. Sand, schützen.

Wie viel Sonnencreme muss aufgetragen werden, damit der angegebene LSF wirkt?

Für Erwachsene gilt: Bei Sonnencremes einen dicken Strich über die Länge des Zeige- und Mittelfingers auftragen und bei jeder einzelnen Körperregion, wie Bauch, Arme, Kopf mit Hals, Beine und Rücken wiederholen. Bei Sonnensprays sind das circa 25 – 30 Sprühstöße.

Faustregel: Für einen Erwachsenen gilt die Empfehlung: 30 bis 40 ml Sonnencreme = 3 bis 4 gut gefüllte Esslöffel oder circa eine halbe Espressotasse, für 12 bis 14 Jährige sollten es ca. 25 ml Sonnencreme sein und bei Kindergartenkindern wird eine Menge von circa 15 ml Sonnencreme empfohlen.

Wie oft sollte bei Kindern nachgecremt werden, insbesondere beim Schwimmen?

Schwitzen, schwimmen, abtrocknen, Abrieb durch Kleidung usw. reißen Lücken in die Schutzschicht. Auch „wasserfeste Produkte“ waschen sich nach und nach ab, nur eben etwas langsamer als andere, daher sollte bei Kindern alle 2 Stunden nachgecremt werden.
In unserem Breitengrad geht man von einer Eigenschutzzeit bei einem Erwachsenen von circa 20 Minuten aus. Dies kann über ein Sonnenprodukt über den jeweiligen Faktor 30 oder 50 erhöht werden. Hier lautet allerdings die Dermatologenempfehlung: Diese Zeit nur zu drei Vierteln auszunutzen, um sicher vor Lichtschädigung und Hautkrebs geschützt zu sein.

Unser Tipp: Alle 2 Stunden nachcremen erhält die Schutzwirkung aufrecht und pflegt dabei die Haut streichelzart.

Wie motiviere ich mein Kind zum Eincremen?

Don’t tell me – show me. Die größte Motivation von Kindern ist es, sich an den Eltern zu orientieren. Wir wissen, dass in den Familien gerade morgens die Zeit immer sehr knapp ist, umso wichtiger sind kurze Rituale:

  • Planen Sie 5 Minuten für das Auftragen der Sonnenschutzcreme mit ein – ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für das spätere Leben.
  • Suchen Sie sich gemeinsam einen warmen, angenehmen Platz für das Sonnenschutzritual.
  • Machen Sie die gemeinsame Lieblingsmusik an oder singen Sie selbst.
  • Binden Sie die Haare Ihrer Kinder hoch.
  • Erwärmen Sie die eigenen Hände vorher, indem Sie sie aneinander reiben.
  • Lassen Sie Ihre Kinder das Produkt selbst entnehmen und selbst entscheiden, an welchen Körperregionen sie zuerst eingecremt werden möchten.
  • An die gemeinsame Zeit mit viel Hautkontakt als Morgenritual werden sich Ihre Kinder später gern zurückerinnern.
Aufnahme einer jungen Familie, die einen Sonnenschirm an einem Strand aufstellt.

Unser Tipp:


Malen Sie sich und Ihren Kindern mit den Fingern gegenseitig Buchstaben und Zahlen auf den Rücken und erraten Sie diese.

Natürlicher Sonnenschutz für Kinder – weitere Tipps

Frau mit Sonnencreme in Form einer Sonne auf dem Schulterblatt liegt am Sandstrand.

Weitere wichtige Punkte, um sich gegen die Sonneneinstrahlung zu schützen:

  • lange Kleidung (UV-Kleidung nach UV-Standard 801), Kopfbedeckung und zum Schutz der Augen eventuell eine Sonnenbrille
  • auf Schattenspender in Kindergärten, Pausenbereichen in Schulen, auf Spielplätzen oder im Alltag achten (über Elterninitiativen/Fördervereine auf das wichtige Thema Sonnenschutz für Kinder aufmerksam machen und ein Bewusstsein wecken, Kinder besser vor Sonneneinstrahlung zu schützen)
  • Babys und Kleinkinder nicht dem direkten Sonnenlicht aussetzen
  • den Wetterbericht und UV-Index in Wetter-Apps beachten
  • intensive Mittagssonne vermeiden
  • Trinkverhalten im Auge behalten
  • auf eine ausgewogene Ernährung in der Sommerzeit achten (rotes, gelbes Obst und Gemüse stärkt die hauteigene Abwehr)
  • Sonnenschutz hat nicht nur im Sommer große Bedeutung, sondern auch im Winter gerade während des Winterurlaubes
Glückliche lachende Mutter und verspielte Tochter, die Spaß in der Sonne am Strand haben. Mutter trägt Tochter seitlich auf der Hüfte.

Für den optimalen Sonnenschutz bei Kindern: Welche Sonnencreme ist geeignet?

Eine innovative Sonnenschutzpflege sollte einen intensiven Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung sowie den Auswirkungen von Infrarot (IR) und Blue Light (HEV) bieten.
Der Lichtschutzfaktor (LSF) sollte bei Kindern einen Sonnenschutz von größer als 25 besitzen.
Dabei wird eine Kombination aus mineralischen und chemischen Schutzfiltern mit einer möglichst geringen Konzentration an Sonnenschutzfiltern für eine maximale Sonnenschutzwirkung angestrebt.

Unsere SUN & CARE Produkte sind für die ganze Familie geeignet, die SENSITIV Produkte auch für Kleinkinder ab 3 Jahren.

Empfohlene Produkte

FAQ – häufige Fragen zu Sonnenschutz bei Kindern

Wie schütze ich Kinder vor der Sonne?

Mit der Verwendung von geeigneten Sonnenschutzprodukten, langer Kleidung, einer schattenspendenden Umgebung, ausgewogener Ernährung und einem angepassten Trinkverhakten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, können Kinder vor Sonne geschützt werden.

Welche Sonnencreme ist für Kinderhaut geeignet?

Eine sensitive Sonnenschutzpflege für sensible Haut mit Lichtschutzfaktor größer als SPF 25, gern SPF 30 und SPF 50 ist für die Kinderhaut geeignet.

Wie oft sollte bei Kindern nachgecremt werden, insbesondere beim Schwimmen?

Schwitzen, schwimmen, abtrocknen, Abrieb durch Kleidung usw. reißen Lücken in die Schutzschicht. Auch „wasserfeste Produkte“ waschen sich nach und nach ab, nur etwas langsamer als andere. Alle 2 Stunden nachcremen nicht nur bei Kindern erhält die Schutzwirkung aufrecht und pflegt die Haut.

Ab welchem UV-Index ist Sonnenschutz für Kinder notwendig?

Für Kinder wird Sonnenschutz bereits ab einem UV-Index von 3 dringend erforderlich, was meist ab April bereits der Fall ist. Schatten, Kleidung und Sonnencreme sind essenziell.


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© Hildegard Braukmann