Hautzustände, Wechseljahre

Menopause und Haut: Was sich verändert – und was hilft

18. Februar 2025
Britta Strenger ist eigenverantwortlich für die Entwicklung von Behandlungs- und Produktkonzepten, Planung und Durchführung von Kosmetikseminaren, fachliche Leitung des Beauty Center, Konzeption von Ratgebern und Magazinen zuständig.
Britta Strenger

Kosmetologin

Viele Frauen fühlen sich schon mit 30 nicht mehr knackig jung. Unser ganzheitliches Wohlbefinden korreliert plötzlich mit dem gefühlten Alter. Ganz häufig ist dieser Knick bei vielen um das 40. Lebensjahr, wenn die Menopause beginnt, die mitochondriale Energieleistung der Zellen merklich nachlässt und der Hormonstoffwechsel die Balance verliert.

Jeder Mensch altert. Der Alterungsprozess betrifft alle Körperzellen und natürlich auch die Haut. An unserer Haut lassen sich die typischen Zeichen der Zeit häufig sehr früh ablesen. Tempo und Ausprägung der Hautalterung werden durch innere Faktoren, z. B. Genetik, und äußere Faktoren, hier vor allem UV-Strahlen und Nikotin, maßgeblich beeinflusst. Doch insbesondere die Menopause hat massive Auswirkungen auf unsere Haut, die Haare und unser Wohlbefinden, wenn der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Im Durchschnitt verbringen Frauen 30 Prozent ihres Lebens in der hormonellen Umstellung. Dabei werden die vielfältigen Effekte der Menopause auf das Herz-Kreislauf-System, den Knochenstoffwechsel, das Brustdrüsengewebe, die kognitive Leistung, psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit von vielen Frauen als große Belastung empfunden. Welche Möglichkeiten es aktuell gibt, den Alterungsprozess abzumildern, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag. Und auch, wie Sie das Beste aus der Menopause machen können, sie vielmehr als Chance sehen, sich neu aufzustellen und Ihre besten Jahre zu leben. Ein stabiler, regelmäßiger weiblicher Zyklus zeigt sich in praller, glatter und gut durchfeuchteter Haut und einem guten Wohlbefinden. Für viele Frauen ist die Menopause (vor allem die Perimenopause) ein harter Einschnitt, da plötzlich viele Veränderungen verarbeitet werden müssen. Dabei treten bereits viele Jahre vor der Menopause schon Veränderungen ein. Typisch für diese Lebensphase sind die hormonellen Schwankungen, ein Hormonmangel liegt aber nicht vor.

Phasen der Wechseljahre – Symptome und Beginn


Prämenopause

Die Prämenopause kann schon mit Mitte/ Ende 30 einsetzen. Sie beginnt für gewöhnlich aber um das 40. Lebensjahr herum. Die Eierstöcke arbeiten dann zunehmend langsamer. Die Produktion der weiblichen Sexualhormone, vor allem Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon), beginnt nachzulassen. Die Fruchtbarkeit sinkt, der Körper lagert weniger Eizellen in den Eierstöcken ein.

Perimenopause

Die Perimenopause bezeichnet die Jahre unmittelbar vor und die Monate nach der letzten Regelblutung. Die perimenopausalen Veränderungen beginnen durchschnittlich mit 47 Jahren und dauern ungefähr vier bis fünf Jahre. Eine frühe Perimenopause – etwa im Alter von 40 Jahren – ist eher selten. In den Eierstöcken reifen in der perimenopausalen Phase immer weniger Follikel mit befruchtungsfähigen Eizellen heran, der Eisprung wird seltener. Die Eierstöcke produzieren weniger Östrogene und Progesteron.

Postmenopause

In den Jahren nach der Menopause produziert der weibliche Körper praktisch keine Östrogene mehr. Dagegen werden, wie in den Jahren zuvor, weiterhin geringe Mengen männlicher Geschlechtshormone gebildet.

Die Bedeutung der Hormone für die Haut

Sexualhormone sind für alle Zellen des menschlichen Organismus bedeutsam. Auch unsere Hautzellen haben Rezeptoren, an denen Hormone andocken können. Die Haut ist ein Organ, das in der Lage ist, eine breite Auswahl von Hormonen aus Vorläufermolekülen zu synthetisieren und zu verstoffwechseln. Im Hinblick auf die Hautalterung nehmen die Östrogene eine Sonderstellung ein. Aber auch andere Sexualhormone, wie Progesteron oder Androgene, sind für eine frische, rosige Hautausstrahlung den „Glow“ relevant. Neben der ausreichenden Hormonproduktion ist das harmonische Zusammenspiel von großer Bedeutung. Bei negativen Veränderungen kommt es zu vermehrter Trockenheit an Haut und Schleimhaut, zu Juckreiz, Überempfindlichkeit, Ausdünnung, Erschlaffung, Faltenbildung, verringerter Gefäßdichte (Vaskularität) und eingeschränkter Wundheilung.

Die Macht der Östrogene

Östrogene wirken vielfältig und schützend auf Haut und Haare. So stimulieren sie das Wachstum der barrierebildenden Hautzellen, erhöhen die Lebensfähigkeit der Bindegewebszellen (dermale Fibroblasten) und fördern die Neubildung von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure. Erschreckend ist der rasche Rückgang des Hautkollagens von 30 Prozent in den ersten 5 Jahren nach der Menopause. Gefolgt von einem weiteren Kollagenverlust von 1 bis 2 Prozent pro Jahr in den darauffolgenden 15 Jahren. Als definitiv bestätigt gilt, dass der Kollagenverlust nicht mit dem chronologischen Lebensalter, sondern mit dem postmenopausalen Alter zusammenhängt. Östrogene stimulieren nicht nur die Kollagenbiosynthese, sondern sie hemmen auch schädigende kollagenabbauende Enzyme (MMP). Damit erhöhen sie die Dicke, Feuchtigkeit, Spannkraft und Elastizität der Haut. Zudem werden die Hautdurchblutung, die Regenerationsfähigkeit und die Wundheilung gesteigert. Ebenso verzögern sie die vorzeitige Hautalterung durch Sonneneinstrahlung (Photo-Aging). Lässt die Östrogenproduktion nach, macht die Haut schlapp. Die Falten nehmen zu und werden tiefer. Das Gesicht wirkt müde und ausgezerrt. Wenn der stabile, elastische Hautmantel verloren geht, schließt das auch die Stabilität der Gefäße (Kapillaren) mit ein. Dies führt zu Hautrötungen und erweiterten Gefäßen (Teleangiektasien).

Östrogendominanz und Hautanomalien

Östrogendominanz bedeutet, dass das Verhältnis von Östrogen und Progesteron im Körper einer Frau aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann zu Problemen wie unreiner Haut mit typischer Lokalisation an Kiefer und Mund führen. Je nach Einfluss anderer Sexualhormone kann es auch zu trockener Haut mit erhöhter Empfindlichkeit, einem aufgeschwemmten, teigigen Aussehen oder zu Pigmentstörungen (Melasmen) kommen. Auch Haarausfall (vorne) und übermäßige Gesichtsbehaarung (Hypertrichose) können auftreten.

Progesteron – häufig unterschätzt für junges Aussehen

Neben den Östrogenen beeinflusst auch Progesteron den Kollagengehalt des Hautorgans. Entdeckt wurde diese Eigenschaft beim Beckenboden. Bekanntlich wird dieser Stabilisator (auch Powerhouse genannt) des Unterkörpers bei vielen Frauen in der Menopause schwächer, weil er Kollagen einbüßt. Die Folgen: Harndruck, Harninkontinenz oder Gebärmuttersenkung. Östrogene regen die Kollagenbildung an, aber das Progesteron ist wichtig, um den Abbau der Strukturproteine zu hemmen. So spielen beide gemeinsam im Team für den Erhalt des Kollagengewebes und sorgen für die Balance von Auf- und Abbau.

Die Kraft der männlichen Hormone auf den weiblichen Körper

Auch männliche Hormone (Androgene) wirken auf Haut und Haare. Androgene stimulieren die Talgproduktion in den Talgdrüsen, was bei Dysbalancen oder bei Neigung zu erhöhter Rezeptorempfindlichkeit zu öliger und unreiner Haut auch in der Menopause führen kann. Des Weiteren beeinflussen Androgene den Haarwuchs. Viele Frauen beobachten in der Menopause eine Zunahme der Gesichts- und Körperbehaarung. Im Bereich der Kopfhaut kann bei genetischer Prädisposition allerdings auch eine Art von Haarausfall (androgenetische Alopezie) entstehen. Dabei führt die empfindliche Reaktion des Haarfollikels zu einer schrittweisen Verkürzung der Wachstumsphase des Haares und einer Verkümmerung der Haarfollikel. Dies macht am Ende dünnes Haar mit einem hohen Scheitel.

Menopause und Schleimhäute

Die Durchblutung der Schleimhäute und auch die Flüssigkeitsbildung werden durch Östrogen beeinflusst. Bei Hormonschwankungen und einem Östrogenmangel verringert sich die Aktivität der Schleimhautzellen, sodass die Schleimhäute dünner (atrophischer) werden und weniger Milchsäure in der Scheide produziert wird. Die Vaginalwand verliert Elastizität und Geschmeidigkeit, der pH-Wert seine sauren und schützenden Eigenschaften. Endokrinologen empfehlen bei Scheidentrockenheit, nach Abklärung der Beschwerden, Estriol-Cremes. Auch beklagen viele Frauen aufgrund des Östrogenmangels trockene und empfindliche Augen- und Nasenschleimhäute.

Tipps für vaginales Wohlbefinden

  • Vermeiden Sie Scheidenspülungen und Vaginalduschen. Verwenden Sie beim Duschen nur Wasser. Den Analbereich können Sie z. B. mit dem MAMA & ICH Dusch und Badetraum oder dem SOLUTION Dusch Schaum reinigen.
  • Rasieren Sie ausschließlich in Haarwuchsrichtung, mit frischer Klinge. Als „Gleitschiene“ empfehlen wir SOLUTION Reinigungs Mousse oder INSTITUTE Reinigungs Milch sanft.
  • Tragen Sie nach der Rasur SOLUTION Skin Serum Spray und anschließend MAMA & ICH Behaglichkeits Salbe auf. Unterwäsche aus Baumwolle, vor allem beim Sport, unterstützt zusätzlich.
  • Verwenden Sie regelmäßig für die innere Vagina befeuchtende Milchsäurezäpfchen.
  • Hygieneartikel, z. B. Slipeinlagen, sollten parfümfrei sein.
  • Tragen Sie vor dem Sport (Fahrradfahren, Schwimmen) die MAMA & ICH Behaglichkeits Salbe als wohltuende Schutzcreme auf.

Tipps für die Augenschleimhaut

  • Verwenden Sie regelmäßig entspannende Augenlotionkompressen z. B. mit ESSENTIALS Augen Lotion.
  • Selbsterwärmende Augenmasken in Kombination mit Augen-Make-up-Entferner reinigen und pflegen den empfindlichen Lidrand.
  • Verwenden Sie tagsüber immer mal wieder das kühlende SOLUTION Skin Serum Spray bei geschlossenen Augenlidern.

Tipps für die Nasenschleimhaut

  • Meerwasser-Nasensprays befeuchten, pflegen und stärken das Immunsystem.
  • Zusätzlich kann bei deutlicher Trockenheit lokal die MAMA & ICH Behaglichkeits Salbe eingesetzt werden.

Individuelle Hautpflege in den Wechseljahren

So wie Beginn und Verlauf der Menopause von Frau zu Frau sehr verschieden ist, so individuell sind auch die Hautpflegebedürfnisse. In der Prämenopause fällt den meisten Frauen die zunehmende Trockenheit und erhöhte Empfindlichkeit der Haut auf, wodurch die Hautpflegeroutine angepasst werden muss. Unsere Produktempfehlungen: PROFESSIONAL Reinigungsgelee sensitiv, Mizellar Tonic, Age Relax Serum, Hyaluron Energie Creme Tag, Hyaluron Repair Creme Nacht. Die Perimenopause macht erfahrungsgemäß den Frauen am meisten zu schaffen. Viele Frauen klagen über negative Veränderungen der Haut. Die Haut erscheint müde, abgespannt und faltiger. Unsere Produktempfehlungen: INSTITUTE Gesichts Reinigungs Creme schäumend, Gesichts Tonic mild, Vital Anti Falten Konzentrat Tag, Energie Repair Konzentrat Nacht, Derma Structure 24h High Potential.

Unser Tipp:


Haben Sie für plötzlich aufkommende Hitzewallungen immer das SOLUTION Skin Serum Spray dabei.

In der Postmenopause lässt die Elastizität immer mehr nach, die Haut wird dünner und das Absacken der Konturen deutlicher. Unsere Produktempfehlungen: INSTITUTE Reinigungs Milch sanft, Gesichts Tonic mild, Pro Lift Serum, Pro Lift Tages Creme, Pro Lift Nacht Creme. In jeder Lebensphase ist gezielter Sonnenschutz von großer Wichtigkeit. Die gute Nachricht: Die umweltbedingte Hautalterung lässt sich sehr gut steuern und beeinflussen. Unsere Produktempfehlungen: SUN & CARE ANTI-AGE Gesichtscreme SPF 50,  LIMITIERTE EDITIONEN Hyaluron Sun Lift Creme Tag SPF 30. Auch die Ernährung und der allgemeine Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle, denn wenn die Hormone optimal funktionieren sollen, müssen wir unseren Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgen und Stress vermindern.

Lebensstil für ein positives Hautempfinden und Hormonbalance

  • Versorgen Sie Ihren Körper mit ausreichend Vitalstoffen, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Magnesium, Calcium und B-Vitaminen.
  • Essen Sie überwiegend pflanzenbasiert, stärken Sie sich mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, die auch den wichtigen Hormonabbau fördern können.
  • Positiven Einfluss auf Ihren Körper haben Kreuzblütler-Gemüse, z. B. Brokkoli, Blumenkohl, aber auch Brokkoli-Sprossen, Ballaststoffe (bei intaktem Darm), Kräuter, Kerne (vor allem Kürbis, Saaten und Hülsenfrüchte).
  • Versuchen Sie Ihren Blutzuckerspiegel stabil zu halten und reduzieren Sie Ihren Koffeinkonsum.
  • Erlernen Sie Entspannungstechniken.
  • Durch regelmäßigen Ausdauer- und Kraftsport werden Sie sich fitter und jünger fühlen.
  • Der Schlaf ist unser Wertvollstes. Neben einer bioidentischen Hormon-Ersatztherapie (BHET) können Melissentee, Lavendel, Johanniskraut-Urtinkturen und Melatonin die Schlafqualität unterstützen.
  • Versuchen Sie Schadstoffe im Alltag, wie Nikotin, Alkohol und sogenannte Xenonhormone (in Kunststoffen, Plastikwasserflaschen etc.), bewusst zu reduzieren.

Fazit:


Altern ist kein Schönheitsmakel. Vielmehr geht es darum, eine harmonische und gesunde Hautattraktivität zu fördern, mit der Sie sich wohlfühlen können. Well-Aging ist die wahre Schönheit!

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© Hildegard Braukmann