Ratgeber

Weniger Zucker – länger jung und gesund

Britta Strenger ist eigenverantwortlich für die Entwicklung von Behandlungs- und Produktkonzepten, Planung und Durchführung von Kosmetikseminaren, fachliche Leitung des Beauty Center, Konzeption von Ratgebern und Magazinen zuständig.
Britta Strenger

Kosmetologin

Die menschlichen Zellen sind auf ein Alter von circa 120 Jahren ausgelegt – so weit der Plan und die Möglichkeiten. Die spannende Frage dabei: Was kann ich für mich tun, um meinen Körperzellen zu signalisieren, so lange wie möglich einen guten Job zu machen? Wie schaffe ich es, ein langes, gesundes und schönes Leben zu führen, das wir uns alle wünschen? Unsere Gene spielen dabei eine entscheidende Rolle, aber auch unser Lebensstil.

Ernährung, Bewegung, Entspannung und Schlaf bilden die vier Säulen, die unsere Gesundheit positiv beeinflussen können. Wer sich also etwas Gutes tun will, sollte ihnen besondere Beachtung schenken.

Eine typische Begleiterscheinung des Alterns ist dabei auch der Leistungsabfall. Wir haben weniger Kraft und ermüden schneller. Was sich im großen Ganzen zeigt, fängt im Kleinen bereits viele Jahre früher in der menschlichen Zelle an. Eine von vielen Theorien der Alterung liegt in der Bereitschaft der zellulären Energie. Diese Zellkompetenz ist ein wichtiger Baustein für mehr gesundes Wohlbefinden. Mit diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie es schaffen, weniger (seltener) in die Zuckerfalle zu tappen und so länger jung und gesund zu bleiben.

Unser Blutzucker und seine Bedeutung

Wie wichtig ist eigentlich unser Blutzuckerspiegel an dieser Stelle? Sehr wichtig. Denn ein zu hoher Zuckerkonsum beschleunigt rasant den Alterungsprozess aller Zellen im menschlichen Organismus. Steigt der Blutzucker nach dem Essen an, schickt die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut. Das Hormon dockt an den Körperzellen an und öffnet sie. So können sie Glukose (Zucker), einen der wichtigsten Energielieferanten des Körpers, möglichst schnell aus dem Blut aufnehmen und in Energie umwandeln.

Isst man allerdings zu viele einfache Kohlenhydrate, wie Süßigkeiten, Softdrinks oder Weißmehlprodukte, produziert die Bauchspeicheldrüse ständig zu viel Insulin. Die Körperzellen gewöhnen sich unglücklicherweise an diesen Zustand, stumpfen ab und werden resistenter. Der Blutzucker steigt unkontrolliert, die Bauchspeicheldrüse produziert bis zur Erschöpfung Insulin, um den schädlichen Zucker aus dem Blut zu bekommen, der sonst Nerven und Gefäße schädigt. Ein Teufelskreislauf, der langfristig in die sogenannte Insulinresistenz führt – die Vorstufe von Diabetes. Eine Volkskrankheit in Deutschland, die eine Entstehungsgeschichte von Jahren bis Jahrzehnten hat.

Zu viel Zucker bzw. Kohlenhydrate können langfristig den Blutzucker ansteigen lassen und es kommt zur Vorstufe von Diabetes.

Glykation – Vorsicht vor der Verzuckerung der Zellen

Ein Überangebot von Zucker quittiert unser Organismus mit der Bildung von alt machenden Molekülen, den sogenannten „Advanced Glycation Endproducts“ kurz AGE. Diese reagieren mit Proteinen und Lipiden und hängen sich an diese ran. AGE-Moleküle entstehen entweder als Abbauprodukt im zellulären Hautstoffwechsel (die Bildung erfolgt somit im eigenen Körper) oder sie werden direkt über Nahrung aufgenommen, z. B. durch Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Schinken oder Speck.

Die Art der Zubereitung unserer Speisen hat dabei einen großen Einfluss auf den schädlichen AGE-Gehalt: Hohes Erhitzen beim Grillen, Braten, Frittieren und Backen lässt den Wert nach oben schnellen. Dieser zerstörerische biochemische Prozess, bei dem die Zellen und das Gewebe langsam verzuckern, wird Glykation genannt.

Durch die Aufnahme von Zucker produziert unser Körper alt machende Moleküle (AGE) und auch Lebensmittel wie Fleisch enthalten AGE.

Glykation und Faltenbildung

Die Glykation spielt im Alterungsprozess des Hautorgans eine treibende Rolle. Im Laufe der Zeit sammeln sich AGE im Gewebe an. Die kollagenen und elastischen Fasern verkleben regelrecht wie Zuckerwatte und führen so zu einer beschleunigten Hautalterung. Die Haut verliert ihre natürliche Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden und sich zu regenerieren. Gleichzeitig haben wir ein hohes oxidatives Stresslevel durch die verstärkte Bildung von freien Radikalen.

Eine junge, faltenfreie Haut hingegen weist ein kräftiges Kollagen- und Elastingerüst auf. Kollagen und Elastin sind zwei Strukturproteine, die unsere Haut straff und elastisch zugleich und somit faltenfrei halten. Der Schlüssel für ein langes jugendliches Aussehen liegt daher darin, die Kollagen- und Elastinsynthese am Laufen zu halten und diese wertvollen Bausteine zu schützen.

Die berühmt-berüchtigten Stressoren für die Haut sind uns allen bekannt: Nikotin, Alkohol, zu wenig Schlaf und zu viel UV-Strahlung. Ein weiterer „Bösewicht“, der unsere Haut in Not geraten lässt und der oftmals vergessen wird, ist ein hoher Blutzuckerspiegel.

Weitreichende Folgen der AGE

Die Folgen bekommen wir zu spüren und leider auch zu sehen: Unsere Haut verliert an Spannkraft, Volumen bzw. Dichte, die Faltenbildung wird erhöht, sodass letztlich die Kontur verloren geht.

Um die enorme Wirkung der AGE einordnen zu können, musste zunächst erst einmal der Rezeptor entdeckt werden. Dieser Rezeptor heißt RAGE und befindet sich auf den allermeisten Zellen im menschlichen Organismus. Dockt ein AGE bei einem RAGE-Rezeptor an, wird es turbulent in der Zelle.

Hoher Konsum von Zucker kann zu Krankheiten wie Diabetes, grauem Star, Morbus Crohn oder rheumatischer Arthritis führen.

Die Zellen durchleben puren Stress und reagieren in der Folge mit Entzündungen. Blutgefäße, Muskeln, Knorpel oder Lungenzellen versteifen und verlieren ihre Elastizität. Die Geschmeidigkeit unseres Fasziengewebes lässt nach, unsere Muskulatur kann dadurch weniger hin- und hergleiten – oft kommt es zu Rückenproblemen. Die Flexibilität unserer Augenlinse vermindert sich, dies fördert den grauen Star. Auch entzündliche, chronische Erkrankungen, wie Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis oder Allergien, werden dadurch begünstigt.

Ein gesunder Lebensstil reduziert die AGE-Bildung

Da die Glykation unkontrolliert und unwiderruflich ist, liegt der Fokus immer auf der Minimierung der AGE-Bildung. Das kann vor allem durch eine gesunde Ernährung erzielt werden. Diese sollte natürliche und möglichst unverarbeitete Lebensmittel enthalten. Setzen Sie zusätzlich auf regelmäßige Bewegung im Alltag, Sport, Entspannung und Kaltwasseranwendungen.

Worauf es bei der Ernährung ankommt

  • Reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum, beispielsweise durch den Verzicht auf Softdrinks und Fertiggerichte, sowie den Verzehr von Süßigkeiten in Maßen oder als Nachspeise.
  • Essen Sie nur wenige Weißmehlprodukte, dafür mehr langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten.
  • Stärken Sie sich reichlich mit Antioxidantien: Frisches Gemüse, grüner Tee und Gewürze wie Zimt, Ingwer, Knoblauch oder Rosmarin sind optimale Lieferanten.
  • Bereiten Sie Ihre Speisen vorzugsweise bei niedrigen Temperaturen zu, z. B. durch Dünsten, Dampfgaren oder Kochen.
  • Verzichten Sie besser auf Frittieren, scharfes Anbraten und Backen.
  • Lebensmittel, die den Blutzucker am stärksten erhöhen, beispielsweise Honig oder Fruchtsäfte, zeigen auch die stärkste AGE-Bildung. Verzichten Sie auf den beliebten Orangensaft am Morgen und genießen ihn stattdessen frisch gepresst als Dessert nach dem Mittagessen.

So schaffen Sie es, weniger Zucker zu konsumieren

  • Essen Sie weniger Fertigprodukte – diese enthalten oftmals versteckten Zucker.
  • Reduzieren Sie nach und nach Süßes, essen Sie z. B. Kuchen oder Eis nur am Wochenende.
  • Tauschen Sie Ihre Lieblingsschokolade gegen Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil von 85 %.
  • Setzen Sie auf Gewürze wie Vanille, Zimt, Kardamom und Tonkabohne.
  • Essen Sie ausreichend Bitterstoffe wie Chicorée oder Rucola. Sie dämmen den Hunger auf Süßes. Viele schwören auch auf Bittersprays.
  • Verwenden Sie natürliche Zuckeralternativen, statt Haushaltszucker.

Unser Tipp:


Pflegen Sie Ihre Haut individuell, z. B. mit den HILDEGARD BRAUKMANN Pro Lift Produkten aus der INSTITUTE Serie. Diese enthalten unter anderem eine spezielle Anti-Glycation-Formel: Hierbei handelt es sich um eine liposomal verkapselte Wirkstoffkombination aus Carnosin, Silymarin und Tocopherol. Carnosin ist ein Dipeptid, bestehend aus den beiden Aminosäuren Alanin und Histidin. Es kommt natürlich im Gewebe, wie den Muskeln und dem Gehirn vor. Seine Konzentration sinkt allerdings mit fortschreitendem Alter. Das Polyphenol Silymarin wird aus den Samen der Mariendistel (Silybum marianum) gewonnen. Zusätzlich wirkt der Magnolien-Extrakt stark entzündungshemmend und antioxidativ.

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Kommentare

  • Annette Vietor
    22. Mai 2024

    Hallo,
    ich habe heute zum ersten Mal in Ihrem Magazin gelesen und freue mich über die Berichte.
    Da ich Hildegard Braukmann Produkte noch nicht kenne, würde ich diese gerne testen und würde mich über Produktproben sehr freuen.
    Ich bin 58 Jahre alt, habe eine Mischhaut, leichte Couperose und Pigmentflecken.

    Herzlichen Dank im voraus.

    • HILDEGARD BRAUKMANN Kosmetik
      22. Mai 2024

      Liebe Annette, vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten, darüber freuen wir uns sehr. Ich habe die Adresse aus Ihrem Kommentar gelöscht, um Ihre persönlichen Daten zu schützen. Wir möchten Sie bitten, dass Sie Ihre Probenanfrage an unsere Beratungsabteilung senden. Gern er Email: beratung@hildegard-braukmann.de oder telefonisch unter: 05139 / 8974 410. Herzliche Grüße aus der HB-Online-Redaktion 💙

© Hildegard Braukmann